Donnerstag, 10. September 2026
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Mexikoplatz

Bahnhofsgebäude Mexikoplatz

Von Amina Mendez

Der Mexikoplatz wird als einer der schönsten Plätzen in ganz Berlin geschätzt. Das Bahnhofsgebäude ist eine Sehenswürdigkeit. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von den Architekten Hart & Lesser im Jugendstil erbaut. Seine markante runde Kuppel und das geschwungene Dach verleihen ihm eine besondere Präsenz, die den ganzen Platz belebt.

Das Bahnhofsgebäude wurde am 1. November 1904 als Station der Wannseebahn unter dem Namen „Zehlendorf Beerenstraße“ in Betrieb genommen. Der Platz selbst fungierte anfangs nur als Bahnhofsvorplatz und hatte noch keinen eigenen Namen. Erst 55 Jahre später, 1959, erhielt er den Namen „Mexikoplatz“, in Anlehnung an die angrenzende Limastraße und die Bogotastraße. Gut 33 Jahre später bei seiner Neueröffnung im Jahr 1987 wurde auch die S-Bahn-Station nach dem Platz benannt.

An schönen Tagen lohnt es sich, auf einer der leuchtend weißen Bänke an einem der Springbrunnen Platz zu nehmen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Die rauschenden Wasserfontänen und die strengen Symmetrien des Parks geben dem Mexikoplatz einen besonderen Reiz.

Entspannte Sommer-Atmosphäre am Mexikoplatz
Entspannte Sommer-Atmosphäre am Mexikoplatz – Foto: © a/m, Steglitz-Zehlendorf Zeitung

Gartendenkmal mit symmetrischer Harmonie

Der Zehlendorfer Gartendirektor Emil Schubert hatte den Gestaltungsplan für den Mexikoplatz entworfen. Zwischen 1905 und 1907 wurde dieser als Schmuckplatz mit Wohn- und Geschäftshäusern umgesetzt.
Besonders charakteristisch ist die streng symmetrische Gestaltung des Parks. Die Argentinische Allee fungiert als Spiegelebene der beiden Platzhälften, die wiederum symmetrische Elemente aufweisen. Die Hauptachse wird in der Mitte des Platzes von der quer verlaufenden Beerenstraße/Limastraße gekreuzt, von der spiegelbildlich jeweils zwei weitere Straßen in geschwungener Kurve abgehen. Die beiden nördlichen Kreissegmenten sind gartenkünstlerisch angelegt. Ein imposanter Springbrunnen mit einer meterhohen Mittelfontäne dominiert jeweils die Rasenfläche. Zur Spitze hin schmücken Blumenrabatte die Parkeinheit. Am äußeren Rand, trennen Büsche und Bäume den Park von der Randbebauung.
Auch die gründerzeitlichen Wohnhäuser, die den Platz umgeben, unterstützen die besondere Ästhetik des Gartendenkmals mit ihren verzierten Fassaden, Erkern und Türmchen. Otto Kuhlmann entwarf die Häuser etwa zeitgleich mit der Entstehung des Park.

Die beiden Fontänen sind spiegelbildlich angelegt.
Die beiden Fontänen sind spiegelbildlich angelegt. – Foto: © a/m, Steglitz-Zehlendorf Zeitung

Verlängerung U-Bahn Linie U3 – kontroverse Ansichten

Am Bahnhof Mexikoplatz verkehrt derzeit nur die S-Bahn Linie S1. Das soll sich nach dem Wunsch des Bezirks und des Berliner Senats in ein paar Jahren ändern. Geplant ist die Verlängerung der U-Bahn Linie U3 von Krumme Lanke bis Mexikoplatz. Die Regierung möchte damit den ÖPNV im Südwesten Berlins beleben und die Anbindung an Potsdam verbessern. Am 28. April 2025 wurde der Ausbau der U-Bahn-Strecke U3 bis zum Mexikoplatz beschlossen. Die Fertigstellung ist für 2030 geplant, kann sich aber noch verschieben, ebenso wie die tatsächlichen Kosten. Diese belaufen sich nach Berechnungen von 2023 auf 160,5 Millionen Euro* und können u.a. aufgrund von Preissteigerungen noch weiter steigen.

Bei vielen Anwohnern stößt das Projekt auf Widerstand. Die Bürgerinitiative „Rettet den Mexikoplatz“ von vor Ort kritisiert die geplante Verlängerung der U-Bahn Linie U3. Sie stellt den Nutzen für die Fahrgäste in Frage und betrachtet den Bau als ökologische Schädigung des Viertels.
Doch das Verbindungsstück zwischen S1 und U3 erfüllt eine wichtige Zubringerfunktion zwischen Potsdam und City-West und verkürzt die Fahrtzeiten für Pendler erheblich. Gesamtstädtisch ist die Verbindung höchst sinnvoll.

Naherholungsgebiet gleich nebenan

Für den Autoverkehr ist die Argentinische Allee die Verbindungsachse Nord-Süd, die den Mexikoplatz durchzieht. Die anderen abgehenden Straßen sind verkehrsarm. Folgt man der Straße „Am Schlachtensee“, gelangt man direkt zum Schlachtensee.
Die Grunewaldseenkette zieht sich unweit des Mexikoplatzes von Südwest nach Nordost. Entlang der Seen verbinden Wanderwege die Seenkette. Am Grunewaldsee lädt das Jagdschloss Grunewald zur Besichtigung und im hauseigenen Café zu Kaffee und Kuchen ein.

Schön geschmückte Fassade
Schön geschmückte Fassade – Foto: © a/m, Steglitz-Zehlendorf Zeitung

Sanierung des Mexikoplatzes

Seinen heutigen Glanz verdankt der Mexikoplatz dem beständigen Engagement seiner Anwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Platz sehr zerstört. Die Springbrunnen hatten nur noch Fundamente, die Häuser in erster Reihe waren nur zwei Etagen hoch und hatten flache Notdächer. Auch die alten Laternen waren kaputt. Lange Zeit blieb der Platz in einem behelfsmäßigen Zustand. Erst in den 1980er Jahren wurde er wiederhergestellt. Der ehemalige CDU-Bezirksbürgermeister von Zehlendorf Jürgen Klemann setzte sich für die originalgetreue Sanierung nach historischem Vorbild ein. Am 6. September 1987, im Rahmen der 750-Jahr-Feier von Berlin wurde der restaurierte Platz feierlich eröffnet.

Die detailgetreue Wiederherstellung kostete den Bezirk damals rund drei Millionen D-Mark. Viel Mühe und Aufwand wurden aufgebracht, um alles perfekt nachzubilden. So stellte man alte Laternen im Stil von vor 100 Jahren auf, eine alte Litfaßsäule, einen blauen Briefkasten und, besonders bemerkenswert, einen alten roten Feuermelder. Die akribische Arbeit machte den Mexikoplatz zu einem der städtebaulichen Schmuckstücke Berlins.

Weitere Informationen:

Mexiko in Berlin: Mezcal, Mexikoplatz, Tag der Toten und Quesadillas

DB Bahnhof Mexikoplatz

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