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Frühlingsausflug zur Lilienthal-Gedenkstätte in Lichterfelde

Lilienthal-Gedenkstätte im Lilienthal Park in Lichterfelde Süd

Fliegen wie die Vögel, das wollten die Menschen schon vor Tausenden von Jahren. Der Flugpionier Otto Lilienthal hat diesen Menschheitstraum in die Tat umgesetzt. Vor zirka 130 Jahren begann er mit seinen ersten Gleitflugversuchen, die er nach dem Flugprinzip „schwerer als Luft“ konzipierte.

Bisher funktionierte nur das Prinzip „leichter als Luft“, das von französischen Brüdern Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier am 4.Juni 1783 erstmals mit dem Start eines Heißluftballons bewiesen wurde.

Seine Flugapparate testete Otto Lilienthal in Lichterfelde Süd, unweit von seinem Wohnhaus in Lichterfelde Ost. — Sein Fluggerät war schwerer als Luft und adaptierte die Prinzipien des Vogelflugs. Die Bewegungsenergie des Gleitflugs, der dynamische Auftrieb von Tragflächen, die den Luftstrom unter der Tragfläche abwärts beschleunigen, und so die Gegenkraft des Auftriebs erzeugen.

Auf dem Gelände einer alten Ziegelei ließ Lilienthal 1894 einen 60 Meter hohen Hügel errichten. Von dort aus unternahm er tausende Gleitflüge mit Flugweiten bis zu 80 Metern.


Lilienthalpark – ein beliebter Naherholungspark und lohnendes touristisches Ausflugziel

Heute ist der „Fliegeberg““ der Mittelpunkt eines Parks, der 1928 bis 1933 vom Stadtbaurat Fritz Freymüller angelegt wurde. Der Hügel hat die Form eines Kegelstumpfes, über dessen Mittelachse eine Treppe hinaufführt. Oben thront eine runde Säulenhalle. In der Mitte befindet sich eine bronzene Weltkugel auf einem Gedenkstein für Otto Lilienthal.

Besucher können den Berg besteigen und von einer der vier steinernen Bänke den Ausblick auf die gartenreiche flach bebaute Umgebung genießen.

Vor dem Lilienthal-Denkmal befindet sich ein künstlich angelegtes Wasserbecken, das von zahlreichen Bänken gesäumt und einer Hecke umrahmt ist. Hier kann man bei klarem Himmel ausgiebig Sonne tanken. Auf den großzügligen Wiesen wurden japanischen Kirschbäume dicht an dicht gepflanzt.

Insbesondere im Frühling zur Kirschblüte ist der Besuch des Parks ein großes Naturerlebnis. Zahlreiche Besucher fotografieren hier ihre Liebsten unter den üppigen rosafarbenen Blütenzweigen oder posieren für Selfies im luftigen farbenfrohen Sommerlooks. Blaue Luftballons steigen auf und der Reiher stolziert scheinbar furchtlos am Wasserbecken auf und ab und späht nach ahnungslosen Karpfen.

Otto Lilienthal stürtze am 10. August 1896 bei einem Flugversuch am Gollenberg bei Stölln ab. Er starb dort mit 48 Jahren an seinen Verletzungen und wurde auf dem Friedhof in Berlin Lankwitz beigesetzt. Seit 2006 feiern die Ortsteile Lichterfelde und Lankwitz jährlich im Herbst ein Fliegefest, das an das Wirken von Otto Lilienthal erinnert.

Ein entspannter schöner Radweg beginnt mitten in Lankwitz. Von Lankwitz-Kirche über die Gallwitzallee führt ein Radweg über mehrere Querungen von stillen Nebenstraßen, vorbei an Sportanlagen und Kleingärten bis direkt bis in den Lilienthal-Park hinein.

Von Rathaus Steglitz fährt die Buslinie 284 direkt bis vor die Parkanlage an der Schütte-Lanz-Straße in Lichterfelde Süd.
Nur rund 500 Meter weiter lädt das benachbarte „Café am Park“ nach dem Spaziergang zum gemütlichen Verweilen und Entspannen ein. Das Café ist am Lichterfelder Ring 217 in 12209 Berlin zu finden.