Montag, 20. Mai 2024
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Lankegraben-Teich randvoll gefüllt

Lankegrabenteich

Der Lankegrabenteich in Alt-Lankwitz ist nach Monaten der Dürre wieder randvoll mit Wasser gefüllt. Die langen Regenperioden des letzten Halbjahres und Bautätigkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft haben dazu beigetragen. Eine Baugrube war vom Regen geflutet worden. Das überschüssige Wasser wurde offenbar kurzerhand in den Lankegrabenteich abgepumpt.
Der Lankegrabenteich soll eine „blaue Perle Berlins“ werden, wie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt im Februar 2022 verkündete.

Angesichts der tatsächlichen Verhältnisse vor Ort waren das „kommunikative Fake-News,“ die auf eine in amtlichen Pressestellen verbreitete Ökoromantik zurück zu führen sind. — Das Narrativ von der „blauen Perle“ wird beim Faktencheck vor Ort bitter enttäuscht: Überwiegend ist der Himmel im Jahr grau, es spiegelt sich kein Blau! — Wenn im Frühjahr die Sonne steigt, und sich ab und zu mehr blauer Himmel zeigt, dann sorgt grüne Entengrütze für das naturnahe Bild.

Zudem liegt der Lankegrabenteich im Schatten des umgebenden Baumbestandes, und ist auf neueren Satellitenfotos gar nicht zu finden. — Inzwischen hat das Hochwasser zu einer enormen Vergrößerung der Wasserfläche beigetragen, auf aktuellen Fotos dürfte etwas Wasser durch die Baumkronen blitzen.

Lankegrabenteich im Frühjahr 2024. Beschädigte Stützmauer und abgesackter Weg – Foto: © Michael Springer

Ökokonto „Blaue Perlen für Berlin“

Die Pläne zur naturnahen Aufwertung im Rahmen des Ökokonto-Projekts „Blaue Perlen für Berlin“ müssen noch einmal überdacht werden. — Das Narrativ von den „Blauen Perlen für Berlin“ gehört zur nicht hinterfragten Berlin-PR und sollte vermutlich die trickreiche und kostensparende Finanzierung über ein „Ökokonto“ verschleiern!

Das „Ökokonto“ wird gebildet, um die Mittel von Ausgleichsmaßnahmen nach dem Naturschutzgesetz sinnvoll in Berlin zu verwenden. Bei näherer Betrachtung werden aber „Aufwertungsmaßnahmen auf bestehenden Grünflächen“ als Ausgleichsmaßnahmen uminterpretiert. Kosten der Gehölzpflege und Bestandpflege werden aus der kommunalen Pflichtaufgabe in das Ökokonto verlagert. Die Abfuhr des Schnittgutes und der Gehölzreste wird eingespart, indem Abfallgut zur „Benjeshecke“ umdefinifiert wird.

Bauherren von Neubauvorhaben werden so mit Naturschutzausgleichszahlungen trickreich zur Finanzierung von kommunalen Grünpflege-Maßnahmen heran gezogen, die eigentlich keine „Ausgleichsmaßnahmen“ sind. — Der Flächenverbrauch geht in Berlin weiter. Das Ökokonto macht eigentlich nur bei Flächenentsiegelung und Schaffung neuer Naturffächen Sinn!

Man darf nun auch gespannt werden, ob die „romantisierende Lügen-Formel“ von den „Blaue Perlen für Berlin“ von Pressestellen, Qualitätsmedien, Stiftung Naturschutz und Bezirksamtspressestellen im Alltag weiter verwendet wird.

Weitere Informationen:

Kleingewässer – Blaue Perlen für Berlin

Stiftung Naturschutz Berlin: Blaue Perlen für Berlin

Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft in Berlin

Verfahren zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Land Berlin

Auhagen-Verfahren 2004 (durch Neuregelung überholt)

Hinweis: Das „Ökokonto“ gehört zu den Methoden kreativer Haushaltsführung in Berlin, die einer Nachkontrolle durch Rechnungshof und Verwaltungsgerichte bedürfen. Mehr dazu auf Anfrage bei der
Redaktion: info@steglitz-zehlendorf-zeitung.de