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Eine Begegnung im Stadtpark Steglitz

Mundharmonika-Spieler

Der Steglitzer Stadtpark ist bei Sonnenschein ein beliebter grüner Erholungsort inmitten des Steglitzer Häusermeeres. Einer der schönsten Plätze ist am zentralen Springbrunnen im Park, umrahmt von kreisförmigen Blumenbeeten und kreisförmig angeordneten Hecken mit Sitzbänken. Hier kann man hier in der Sonne verweilen und die schöne Aussicht genießen.

Es ist ein Treffpunkt für Spaziergänger und Familien mit Kindern, die hier ihre kleinen Wasserspiele veranstalten. Stadtbürger verweilen hier, die hier ihren Ruheort suchen. Am letzten Dienstag war der Springbrunnenplatz mittags für eine kurze Weile fast ganz menschenleer. Ein ein älterer Mann mit Schiebemütze und seinem Fahrrad saß zwei Bänke weiter. Neben ihm sprudelte der neue gußeiserne blauen Trinkbrunnen der Berliner Wasserbetriebe. Seine Mundharmonika erklang, ansteckende Country und Blues-Melodien waren zu hören.

Auf Foto-Tour im Park machte das Foto-Team der Redaktion eine willkommene Unterbrechung. Der Mundharmonika-Spieler spielte noch eine Weile, bis er eine Pause einlegte und die Mundharmonika zur Seite legte. Wir klatschten und ließen unsere Begeisterung verlauten. Es entspann sich ein Gespräch.

Armin Emrich stellte sich vor, und freute sich über die plötzliche Wertschätzung. Er erzählte uns, dass er auch Banjo spielt und singt. Auch einer Berliner Band spielte er mit.

Der Gesprächs-Faden entwickelte sich weiter. Armin Emrich ist auch Filmemacher.

Er erzählte von seinem Dokumentarfilm, der das Leben der Heimkinder thematisiert. Als Autor des Films erzählt darin seine eigene Lebensgeschichte. „90% der Heimkinder landen entweder in der Psychatrie, im Gefängnis oder auf der Straße“, so seine bestürzende Botschaft. Läuft etwas grundlegend schief mit der Erziehung in den Heimstätten der Waisen und im Stich gelassenen Kinder? Der Film „Inkompatibel“ anwortet auf diese Fragen und gibt Antworten, wie es besser werden kann.

Armin Emerichs Biografie war eine Ausnahme. Nach seiner Zeit als Heimkind hatte er mehrere Ausbildungen gemacht und schließlich Erziehungswissenschaft studiert. Er beschäftige sich kritisch mit stationären Einrichtungen der Jugendhilfe und berücksichtigte dabei pädagogische, psychologische, philosophische und soziologische Gesichtspunkte.

Gemeinsam mit dem jungen Redakteur Robert Kreutzer ist ein sehr berührender und informativer Film entstanden. „Inkompatibel“ hatte am 4. Juli 2018 seine erfolgreiche Premiere in Duisburg, am 5. Juli im Filmrauschpalast Moabit. Im gleichen Monat erfolgte eine Ausstrahlung im Neuköllner EHD e.V. (Ehemalige Heimkinder Deutschlands).
Weitere Vorstellungen sind geplant, Informationen dazu gibt es in der Webseite zum Film: das-leben-danach.com veröffentlicht.

Armin Emrich hat sich über den Kontakt zur Redaktion der Steglitz-Zehlendorf-Zeitung sehr gefreut. Er wünscht sich, dass sein Film eine breite Öffentlichkeit gewinnt und den Heimkindern von heute mehr geholfen wird.

Auf Foto-Tour in Steglitz: Roswitha Mosler & Michael Springer

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