Sonntag, 16. Juni 2024
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Klimaneutrales Museumsdorf Düppel?

Museumsdorf Düppel

Viele Berlinerinnen und Berliner engagieren sich für den Volksentscheid „Berlin 2030 klimaneutral,“ der am kommenden Sonntag abgestimmt wird. Die Debatte, ob Klimaneutralität überhaupt möglich ist, wird dabei nicht ehrlich geführt. Denn der Bau von Solaranlagen, Windenergieanlagen, Wärmedämmung und nachhaltigen Wohnbauten kostet immer neue CO2-Emissionen und dazu viel in Baustoffen und Transportleistungen verborgene Energie.

Nun kann darüber im Meinungsstreit offen gestritten werden, Aber das Erdklima reagiert nicht auf Schönrechnerei, Kompensationsrechnungen und Ersatzhandlungen mit unsicheren Zuwachsbedingungen.

Ein Doppelinterview von Boris Buchholz im TAGESSPIEGEL versucht zwei Generationen an einen Tisch zu holen:
Zwei Generationen für den Volksentscheid : „Wir müssen es wirklich versuchen, Berlin klimaneutral zu machen“ ( TAGESSPIEGEL | 23.03.2023 ).

Was ein erfolgreicher Volksentscheid für Steglitz-Zehlendorf bedeuten würde und ob auch 2032 ein akzeptables Datum für die Klimaneutralität Berlins wäre, erklären sie im Doppelinterview Adolf Wiedemann (67 J.) und Jakob Hagedorn (18 J.).
Fazit des pensionierten Lehrers Adolf Wiedemann: „Gleichzeitig muss man auch sagen, dass die Klimaschädigungen vor allem von denen ausgehen, die eher etwas wohlhabender sind. Große Wohnungen und Häuser müssen geheizt werden, große Autos schlucken viel Treibstoff und stoßen viele klimaschädliche Abgase aus.“
Das Fazit von Physikstudent Jakob Hagedorn: „Ob Ampel oder Schwarz-Rot, alle demokratischen Parteien müssen sich an den naturwissenschaftlichen Grenzen orientieren. Da setzt der Volksentscheid, der überparteilich ist, an: Mit der Natur schließt man keine Kompromisse.“

Museumsdorf Düppel: RealLabor für Klimaneutralität?

Die Aussagen der beiden Interviewpartner decken sich auffällig mit den Zielen der Initiatoren des Volksbegehrens, ohne tatsächlich Beweise anführen zu können. So klingt Vieles geradezu phantastisch: mehr Klimaschutz durch mehr Solaranlagen, Windenergieanlagen, Wärmedämmung und nachhaltigen Wohnbauten. Das bedeutet natürlich auch stetes Wachstum der Einwohnerzahlen! — Und ein Scheitern klimapolitischer „Milchmädchenrechnungen.“

Und so wird hier ein Denkbeispiel und RealLabor angeregt: Ist das Museumsdorf-Düppel ein Beispiel für eine ausgeglichenen Umwelt- und Klimabilanz? — Oder weist das Museumsdorf Düppel in seiner heutigen Form prinzipiell keine ausgleichbare Umwelt- und Klimabilanz auf? — Wäre Berlin „klimaneutral, wenn man die Metropole auf mittelalterliche Bauformen und Technologien rückbauen würde?Es ist eine hoch interessante offene Frage, für Schulprojekte, Projekttage und für Diplom- und Studienarbeiten!

Ein Besuch kann helfen, Fragen und Antworten zu präzisieren!
Fotos, Leserbriefe und Fragen und Antworten bitte an: info@steglitz-zehlendorf-zeitung.de

Weitere Informationen:

Museumsdorf Düppel – Leben im Mittelalter